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19.08. CSD Koblenz

Zurück auf Anfang? Mit uns nicht!

Im Sommer 2017 feiert Koblenz auf dem Münzplatz zum zehnten Mal den Christopher Street Day. Seit 2008 hat er sich inzwischen in der Stadt etabliert und erfreut sich einer großen Besucher*innenzahl, die mit jedem Jahr anwächst. Rund um das CSD Wochenende gibt es mittlerweile viele Veranstaltungen, zu verschiedensten spannenden Themen, am Rathaus wird die Regenbogenflagge gehisst, es erfolgen politische Diskussionen, die Ministerpräsidentin Frau Malu Dreyer übernimmt mit Stolz die Schirmherrschaft. Viele Parteien und Organisationen beteiligen sich mit Ständen am dritten Wochenende im August im Herzen der Koblenzer Altstadt und beziehen klar Stellung zu einem offenen, toleranten Koblenz, in dem Solidarität, Akzeptanz die Gleichstellung von homosexuellen, bisexuellen und transidenten Menschen keine Fremdworte mehr sind.

Doch sind nun alle Ziele erreicht? Alle Menschen in Koblenz sind gleich und haben dieselben Rechte? Stellt es sich nicht als Problem dar, in Koblenz zum Beispiel als schwules Paar am Bahnhof einen Begrüßungskuss auszutauschen, oder gemeinsam eine Ehe nach Maßgabe der aktuellen Gesetzgebung zu begründen?

Leider lautet hier die Antwort: NEIN! Noch immer erfolgt eine Diskriminierung von lesbisch, schwul, bisexuell oder transident lebenden Menschen. Eine „Ehe für alle“ ist ferne Zukunftsmusik, das besagte schwule Paar am Bahnhof muss sich teilweise verunglimpfende Kommentare anhören. Und das nach zehn Jahren CSD. Noch beängstigender ist die derzeitige Änderung der politischen Strömungen. Die CDU lehnt weiterhin eine längst fällige „Ehe für alle“ ab, obwohl dies in Wahlprogrammen angepriesen und versprochen wurde. Die AFD hat sich vor Jahren formiert, um Deutschland eine „Alternative“ zu bieten. Dass diese „Alternative“ vorschlägt, zum Leitbild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern zurückzukehren, oder propagiert, ‘Einwanderung könne für Deutschland nur ein Gewinn sein, wenn sie im deutschen Interesse gesteuert werde‘. Pflichten dürfen natürlich sehr gern erfüllt werden. Rechte für homosexuelle, bisexuelle, transidente oder Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit? Fehlanzeige.

Ziel dieser politischen Strömungen scheint es zu sein, zurück auf Anfang zu fahren; die Weiterentwicklung des Menschen zu vielfältigen Wesen, denen man respektvoll und tolerant begegnet, zu stoppen und Stereotype wieder einzuführen. Hier können wir vom Koblenzer Christopher Street Day nur sagen: Wehret den Anfängen! Nie wieder wollen wir eine Verachtung von Menschen, egal welcher Sexualität, sexuelle Orientierung, Herkunft, Hautfarbe, Alter, Religionszugehörigkeit, Aussehen, Beeinträchtigungen. Koblenz bleibt bunt! Diskriminierung, Rassismus und Hass hat in unserer Stadt keinen Platz. Und dafür gilt es weiterhin friedlich zu kämpfen, zu diskutieren, aufzuklären.

Zurück auf Anfang? Mit uns nicht!

Weitere Informatione auf: http://www.csd-koblenz-fv.de/

Ort

Münzplatz Koblenz

Zeit

Samstag, 19.08.2017, 14:00 Uhr

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